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Shira im Januar 2004
74cm, 37kg


Das Jahr 2004 war im wesentlichen  von den Versuchen geprägt, Shira zu erziehen und Sie in die Umwelt zu integrieren. Wie bei Hirtenhunden so üblich, bedeutete dies viel Geduld und einen Lernprozess auch in umgekehrter Richtung. Ausgesprochen negative Erlebnisse hatten wir dabei jedoch nicht. Im Gegenteil: Shira entwickelte sich zu einer sehr ruhigen Hündin, die ausgesprochen gern Umgang mit Kindern pflegte und lediglich bei der Bewachung unsres Grundstückes lautstark auf sich aufmerksam machte. Neue, für sie fremde Besucher, wurden ihr von uns vorgestellt und nach einem ausgiebigen Beschnüffeln wohlwollend neutral akzeptiert. Eine Hundeschule haben wir mit ihr nicht besucht. Einmal aus Entfernungs- und Zeitgründen und zum anderen weil unsere Vorstellungen einer Hundeerziehung mit denen vieler Ausbilder nicht konform gehen. Erleichternd dabei war allerdings, dass bei uns nahezu immer ein menschliches Familienmitglied auf dem Grundstück anwesend ist und unser Hunderudel aus vier Tieren besteht, so dass immer auch ein Spielgefährte anwesend ist.




Übungen im Garten und im Auto
Warten fällt schwer

Hilfreich bei diesen Übungen waren auch immer drei Mädchen aus Kurdistan, die bei uns im Dorf wohnen. Sie gingen total unbefangen auf unsere Hunde zu und auch Shiras Größe konnte sie nicht beeindrucken. Alle Hunde freuten sich bald unbändig, sobald sie von ihrem Aussichtspunkt am Eingangstor eines der Mädchen entdeckten.    



Keine Angst vor großen Tieren

Da ich beruflich an vielen Wochenenden im Sommer bei Oldtimerveranstaltungen aktiv bin, kam nun natürlich auch der Gedanke, Shira auf so eine Veranstaltung einmal mitzunehmen. Autofahren mag sie und in meinem VW-Bus ist ja auch für einen so großen Hund ausreichend Platz vorhanden. Im Juni stand eine Veranstaltung in Bad Sassendorf an. Start und Ziel war dort im Kurpark. Shira kam also mit und wurde für die Zeit des Startaufbaues am VW-Bus mit einer längeren Leine gesichert. Zunächst lag sie dort auch recht ruhig, doch als immer mehr Kurparkbesucher mit Hunden auftauchten, war es mit der Ruhe natürlich vorbei. Shira betrachtete einen Umkreis von ca. 100m um den Bulli als ihr Revier und entsprechend lautstark wurden die fremden Hunde „begrüßt“. Vorbei war die Ruhe im Park und natürlich auch meine Konzentration auf die Arbeit. Nach diesem Erlebnis habe ich von gemeinsamen Arbeitseinsätzen erst einmal Abstand genommen.
Ebenfalls im Juni wurde in Westfalen ein privates Kangaltreffen organisiert. Karin und Wolfgang Brüseke hatten auf ihren schönen Bauernhof mit großen eingezäunten Weiden eingeladen. Ich fuhr also mit Shira im VW-Bus, in dem wir auch beide übernachten wollten, hin und:  wir waren beide begeistert! Shira, weil sie mit vielen anderen Hunden auf einer großen Weide herumtoben konnte. Ich, weil dort viele nette Hirtenhundebesitzer anzutreffen waren und auch unsere menschlichen Nahrungsbedürfnisse nicht zu kurz kamen.




Das Erlebnis in einer so großen Hundegruppe war toll!
(Bilder von Familie Schrammen)


Ebenfalls im Sommer lernte ich dann noch eine große Vorliebe von Shira kennen: Fahrradfahren. Natürlich nicht selber, sondern als angeleinter Begleiter mit mir. Sie freute sich anscheinend  darauf, sich so einmal richtig auslaufen zu können. Sie kann zwar den ganzen Tag auf unserem  recht großen Grundstück herumlaufen, doch nach spätestens 50m kommt dort ein Zaun. Ich hatte zwar vorher gehört/gelesen, dass Hirtenhunde keine großen Läufer sind, Shira belehrte mich jedoch eines Besseren. Zumindest den ersten Kilometer läuft sie in einem recht hohen Tempo. Dann eine kurze Pause und weiter geht es dann im gemütlichen Trab. Einziges Problem für mich dabei: Hasen oder Rehe möglichst vor ihr wahrzunehmen, um nicht von einem heftigen Ruck an der Leine überrascht zu werden.

Hier alle unsere Hunde




Pedro
Kimba
Sparky
Shira

Ende des Jahres gab es dann für eine kurze Zeit noch einmal etwas Aufregung. Mirja und ich waren bedingt durch eine Reise für 2 Wochen abwesend. Unsere Söhne von von 7.00 bis 15.00 Uhr in der Schule. Was also mit den Hunden in der Zeit? Der recht alte und entsprechend ruhige Pedro und die kleine Kimba konnten zeitweise von den Kurdenmädchen betreut werden, doch mit Sparky und Shira ging das natürlich nicht. Glück hatten wir dann, als sich die Möglichkeit bot, beide bei Brüsekens unterzubringen, die ich ja beim Kangaltreffen im Sommer kennengelernt hatte. Als ausgemachte Kangalkenner waren sie natürlich ideal. Alle überstanden diese Pflegezeit ausgezeichnet. Ein Dank hier noch einmal an Karin und Wolfgang.
Irgendwann ging auch das Jahr 2004 zu Ende und ich kann sagen, dass Shira sich so entwickelt hat, wie es von einem Kangal immer gesagt wird:
Ruhig, ausgeglichen, robust, wachsam, laute Stimme, sehr rudelbezogen (incl. der Familienmenschen) und kinderlieb.
Noch nicht sagen kann ich, dass ihre Erziehung abgeschlossen ist, sofern das überhaupt möglich ist. Für das kommende Jahr wird im Vordergrund die Gewöhnung an andere Hunde und Menschen stehen.



Glaube nur nicht dass ich schlafe,
ich höre alles.
Shira im Dezember 2004
76cm, 45kg