Einleitung Kasernengelände Behörden Hilfsaktionen Reaktionen


aktualisiert am 05.08.
03.03.2010

Heute konnte man in einem Hundeforum folgende öffentlich Stellungnahme lesen:

" Leider sieht der Amtsveterinär keinen Handlungsbedarf, wie man hier nachlesen kann. Die Hunde sind gut genährt und in einem medizinisch erträglichen Zustand. Es waren eben nur zu viele Hunde auf dem Gelände. Dieser Zustand ist ja Dank helfender Hände nun beseitigt.
Eine Anzeige wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz würde in diesem Fall wohl nichts bringen, weil selbst wenn die Polizei dieser Sache nachgeht, würde sie zuerst mit dem zuständigen Amtsvet in Kontakt treten.
Das Ding ist gelaufen, bis sich die Zustände wieder so verschlimmert haben, dass es zu weiteren Hilfsreaktionen von Tierschützern kommen muss.
Eventuell hat man dann ja aus diesem Debakel gelernt und geht anders vor.
Ich kann nur sagen mit Tierquälern verhandelt man nicht, mit Tierquälern arbeitet man nicht zusammen, Tierquälern legt man das Handwerk."
Als ich das las, erinnerte mich an ein Telefongespräch, welches mich als Reaktion vorher erreichte. Die Dame, die ungenannt bleiben möchte, äußerte sinngemäß folgendes:
 
" Natürlich ist die Kaserne in Vitzeroda kein toller Aufenthaltsort für so viele Hunde.
Natürlich ist die Halterin allein mit dieser Zahl total überfordert.
Aber grundsätzlich muss sie doch recht tierlieb sein, denn sonst hätten so viele Hunde nicht die ganzen Jahre überleben können. Betrachten Sie die derzeitige Situation doch einmal aus der Sicht von Frau Praß. Diese hat nahezu ihr ganzes Leben für die Tiere gelebt. Sie waren und sind ihr Lebensinhalt. Und nun will man diesen ihr nehmen. Würden Sie sich da nicht auch querstellen? Gibt es denn keine Alternativen? Gibt es keine Möglichkeit, diese Frau und ihre Tiere finanziell zu unterstützen? Z.B. in dem ein anderes Grundstück, ein aufgegebener Bauernhof angemietet wird?"
Ich muss sagen, diese Äußerungen haben mich schon etwas nachdenklich werden lassen. Zunächst: im Wartburgkreis existiert ja ein offizielles Tierheim, getragen vom „ Tierheimverein Wartburgkreis e.V. ". Wieso konnte es denn überhaupt zu diesem zweiten Tierhort im Landkreis kommen? Haben hier nicht die zuständigen Behörden jahrelang „alle Augen zugedrückt“, um den für sie kostengünstigsten Weg zu wählen? Ich weiß es nicht.
Klar ist für mich derzeit: Die Hundekaserne, egal wie viele Tiere dort derzeit leben, ist kein annehmbarer dauerhafter Unterbringungsort. Auch wenn dort erhebliche Mittel hineinfließen würden, so ist die Hundehaltung auf mehreren Etagen in den Einzelzimmern abzulehnen. Eine Alternative wäre nur:
A) Es findet sich ein anderes Gelände.
B) Es konstituiert sich ein solider Trägerverein.
C) Es werden nur so viele Tiere gehalten und versorgt, wie es die finanziellen Mittel und Arbeitskräfte erlauben..


04.03.2010
Heute erhielt ich mehrere e-mails von einem Herr Wedlich. Ob er es nun tatsächlich war, vermag ich nicht 100%ig zu sagen, doch seine mail-adresse ist mit der identisch, unter der der Verein "S.O.S. Tiere in Not" einmal Hilfsleistungen koordinieren wollte. Also gehe ich davon aus, dass er es auch war.
Er schrieb zwar: „Und ich möchte auch nichts mehr von dem was ich ihnen sage und schreibe oder gesagt habe im Internet und sonst wie verbreitet sehen und hören !“, doch da er in der Vergangenheit auch recht rege Informationen und Meinungen im www eingestellt hatte, will ich den Kern seiner Aussage nicht unterschlagen.

Dieser lautet: „Ich bin nicht mehr der 2. Vorsitzende .“ (meine Anmerkung: des Vereins "S.O.S. Tiere in Not e.V.", sonst kein Kommentar von mir dazu)

 

15.03.2010
In den letzten Tagen erreichten mich zum Thema „Hundekaserne“ mails und telefonische Rückmeldungen, die ich (bis auf die letzte) unkommentiert einstellen möchte. Ein Auszug davon:
„Unglaublich, dass die Behörde wegschaut. Unzumutbare Zustände.“
„Was können wir gemeinsam tun? Würde mich freuen Antwort von Dir zu erhalten, denn mir tun diese Tiere wirklich sehr leid!“
„...... wollte Ihnen nur mitteilen, dass ich das Elend in Vitzeroda im Dezember live vor Ort gesehen habe und mich seitdem ebenfalls mit den Ämtern herumschlage und dieselben Antworten erhalte wie Sie.“
„Auch die ganzen Hilfsaktionen fand ich doch mehr als fragwürdig. Sicherlich ist es super, dass die Hunde da raus kommen, aber es gab z.B. ganz viele Stimmen, die meinten, dass sie kein Geld spenden wollten, aus Angst, es könne falsch verwendet werden.“
„Nur mal ne Frage, wie könnten sie damit umgehen wenn sie nach ihrer Aktion ein Menschenleben auf dem Gewissen haben?“
Eine zunächst merkwürdige Frage. Wer sollte hier gemeint sein? Jemand, der jahrelang weggeschaut hat? Die Betreiberin? Der Kasernenbesitzer? Ein Vereinsmitglied? Egal, ich möchte hier zunächst mit einer Gegenfrage antworten:
Wie könnte man (ich) damit umgehen, wenn man wissentlich diese Hunde noch auf Jahre hinaus ihrem Kasernenelend überlassen würde?
Ich jedenfalls hätte da kein gutes Gewissen. Und zu dem Menschenleben: Auch hier hätte ich vermutlich irgendwie geartete Schuldgefühle, doch ist ein Mensch (im Gegensatz zu einem Tier) immer in der Lage, sich „Hilfe von Außen“ zu holen (wenn er denn nur will).


21.07.2010
Heute erhielt ich eine doch etwas beunruhigende Mitteilung. Bei einem Besuch der Hundekaserne machte ein Tierheimteam Beobachtungen, die eigentlich nicht mit den beruhigenden Informationen konform gehen, die ich vom Veterinäramt in den letzten Monaten erhalten hatte. Da ihnen der Zugang zum Gelände verwehrt wurde, konnten diese zwar nur akustisch von Tor aus wahrgenommen werden, doch die Mitteilung „größere Hundezahl“, „kaum Hunde im Außengelände“ und vor allem „Welpengewinsel“ veranlasste mich zu einer Anfrage an das Veterinäramt.
 
24.07.2010
In einem Hundeforum berichtete heute ein Hundehalter über seine Erfahrungen mit einem Hund aus der Vitzerodakaserne.
„Ich habe auch einen Hund aus der Kaserne. Ich glaube sie wird nie wieder Vertrauen zu Menschen bekommen. Sie ist jetzt schon eine Weile bei uns. Ja sie versucht schon mal so Rennattacken auf der Wiese oder wälzt sich wohlig grummelnd auf dem Rücken herum . Aber Menschen sind ihr unheimlich. Da sie leider nicht hört ,ihr mußten die Gehörgänge entfernt werden,ist sie besonders vorsichtig. Sie liebt ihren besten Kumpel einen herzkranken Schäferhund-Herdenschutzhundmix, an dem orientiert sie sich total, klebt an ihm wie eine Klette. Leider muß ich ihr regelmäßig das eine Ohr sauber mache, trotz Entfernung läuft da immer noch Sekret raus und es muß täglich behandelt werden. Sie haßt es angefasst zu werden. Ich füttere sie mittlerweile mit Fleisch vom Löffel damit sie wenigsten Futter aus der Hand nimmt ohne Panik zu bekommen. Das klappt aber nur mit ganz langem Hals. Anfangs ist sie sofort zurück gewichen. Naja sie ist zwischen 11 und 13 und ich hoffe das wird noch ein wenig besser. Sonst läuft sie einfach im Rudel mit und liebt es ihre Ruhe und ihren besten Kumpel bei sich zu haben."
Ich kann diesen Bericht nicht verifizieren, stimmt er jedoch, spricht aus ihm folgendes:
1. Die Hündin war in keinster Weise sozialisiert.
2. Gesundheitliche Kontrolle (hier Gehörgänge) war in der Vergangenheit so gut wie nicht vorhanden, bzw. Auffälligkeiten wurde ignoriert.
 
05.08.2010
Gestern erschien im Rahmen des "Sachsenspiegels" im TV-Sender MDR ein Bericht, der auch die Vitzeroda-Kaserne zum Thema hatte.
Interessant dabei auch die Aussage des Tierheimleiters (TZ-Meißen) am Ende der Sendung: "kaum vermittelbar, da schlecht geprägt."
(hier verwundert es mich schon ein wenig die Aussage des Vet.-Amtes, dass in den vergangenen Monaten angeblich mindestens 30 Hunde in Endstellen vermittelt seien sollen)